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»Auto Macht Geld. Die Geschichte der Familie Porsche Piëch«

Georg Meck,
»Auto Macht Geld. Die Geschichte der Familie Porsche Piëch«
(303 Seiten, Rowohlt, 22,95 Euro, E-Book 19,99 Euro)

Vertragt euch, redet und feiert miteinander, sorgt für ein geordnetes Verhältnis zum Unternehmen. Solchen Rat bekommen Unternehmerfamilien oft zu hören. Manchmal wird er ignoriert oder nicht genug geschätzt – aus Unwissen darüber, was passieren kann, wenn die Verhältnisse aus dem Ruder laufen. Auch bei der Familie Porsche Piëch ging das so. Aufkommende Rivalitäten in der zweiten Generation hatten hier freien Lauf. Die Erziehung der Next Gen streng nach Leistungsprinzip bei den Piëchs und Waldorf-Pädagogik bei den Porsches verfestigten die Entfremdung zwischen den Stämmen; die kleinen und großen Animositäten zwischen Cousins und Geschwistern entwickelten sich offenbar ungezügelt. So liefert diese Familie ungewollt eine Fallstudie darüber, was die Abwesenheit von familiärer Führung – oder, in der Fachsprache, »Family Governance« – bedeutet: Erst leidet die Familie, dann das Unternehmen, dann kostet es richtig Geld. Ohne es mit einem einzigen Wort auszusprechen, liefert das Buch einen dringenden Appell an Inhaberfamilien, sich zu kümmern, und zwar rechtzeitig. Überdies ist es eine ordentlich, wenn auch nicht überragend erzählte Geschichte von Aufstieg und mehrfachem Niedergang in den Firmen Porsche und Volkswagen, aus einer an Abenteuern und Krisen reichen Dynastie, die unsere Wirtschaft geprägt hat – vom KdF-Wagen bis zum Abgasskandal.