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Trigema: T-Shirt-Fabrikant Grupp wird 75 Jahre alt

Er wohnt in einer Reetdach-Villa im Schwäbischen, zeigt Besuchern mit Stolz die vergoldeten Wasserhähne. Der SWR drehte einen Film über Wolfgang Grupp, der Vierteiler wurde mit dem Titel »Neues vom König aus Burladingen« ausgestrahlt. Der Unternehmer gebietet über Trigema, 1919 gegründet und im Jahr 1969 von Grupp nach seinem BWL-Studium aus der Hand des Vaters übernommen. Damals hat die Firma 10 Millionen D-Mark Schulden, viel Geld für den kleinen Textiler. Der neue Inhaber trägt den Kredit innerhalb von sechs Jahren ab, setzt fortan auf Unabhängigkeit. Eine Strategie, die sich auszahlt: Trigema ist der einzige von 26 Textilbetrieben der Region, der überlebte. Alle anderen haben dicht gemacht. Wolfgang Grupp macht alles anders als die Branche. Für den talkshowgewandten Unternehmer gibt es kein Offshoring; Fabriken im Ausland sind für ihn Teufelszeug. Er lässt die Stoffe der T-Shirts in Deutschland weben und färben, kauft nur von deutschen Lieferanten. »Wenn alle Unternehmer das so machen würden, ginge es dem Land besser.« Betriebsbedingt gekündigt habe er noch nie, jedem Mitarbeiter-Kind bietet er eine Lehrstelle an. Um Verantwortung zu zeigen, firmierte er Trigema im Jahr 2011 um: Die Kapitalgesellschaft ist Vergangenheit, der Inhaber ist seither auch Vollhafter. Seine Kinder Bonita Grupp (28) und Wolfgang Grupp junior (26) sind nach einem BWL-Studium an der London School of Economics beide vor vier Jahren ins Unternehmen des Vaters eingestiegen, das dieser bis heute als Alleingeschäftsführer leitet. Trigema erwirtschaftet einen geschätzten Umsatz von 85 Millionen Euro und beschäftigt 1.200 Mitarbeiter. Wolfgang Grupp begeht Anfang April seinen 75. Geburtstag.